1. Öländische Drachenfest

25. & 26. September 2009

Die Kuh flog über Mellböda Gård …

beim ersten Öländischen Drachenfest, anlässlich des 13. Skördefestes auf Öland. Bei optimalen Wetterbedingungen - Sonne und Wind um die 5 (-7) Windstärken - feierten mehrere hundert (möglicher Weise sogar an die eintausend) Drachenfans und Neugierige am Freitag und Samstag Ende September 2009 mit uns das erste Treffen dieser Art auf der Sonnen- und Windinsel Öland im südlichen Schweden.

Es waren überwältigende Bilder, die sich auf den Flugfeldern 2 u. 3 (abgemähte Futterwiesen, hinter unserer Scheune, die wir dankenswerter Weise für unser Drachenfest nutzen durften) boten. Ein Feld war reserviert für die Einleiner-Drachen das andere für die Lenkdrachenpiloten. Schon zum Auftakt am Freitagmittag war der Himmel übersät mit selbstgestalteten Drachen. Zwei Arbeitsgruppen (aus 6. - 9. Klasse) der Åkersbo-Schule aus Löttorp präsentierten ihre selbstgebauten und bemalten Drachen, die jüngeren Schüler (1. - 5. Klasse) waren mit einer Vielzahl Sleddys dabei und auch die Allerkleinsten aus dem Kindergarten Solvändan (ebenfalls aus Löttorp - auf den Bildern in leuchtendgelben Westen) führten ihre selbst bemalten Eddys vor.

Über allem thronte der Riesensledd (ca. 10qm) mit der fliegenden Kuh, der nebenbei auch als Träger für die speziell für dieses Fest gebauten Drachfähre diente. Hier konnten die kleinen Besucher ihr mitgebrachtes Kuscheltier zum waghalsigen Fallschirmspringer werden lassen. Es gab lediglich einen Hasenfuß: ein kleiner Knirps hatte zuviel Angst um seinen Liebling, so dass der bevorstehende Start kurzerhand abgebrochen werden musste. Alle anderen Tierchen, ob Flusspferd, Hase oder Teddy haben den Sprung unbeschadet überstanden und konnten wohlbehalten in die Arme der Eigentümer zurückgegeben werden.

Noch höher hinaus als die Kuscheltierchen wollte Erik, seines Zeichens Funkamateur, der einen mittelgroßen Sledd mitbrachte und daran einen Draht als Funkantenne anschloss. Vor allem wollte er aber weit kommen. Und das gelang ihm in beeindruckender Weise. Mit seiner ca. 40 Meter-Antenne konnte er mit Gesprächspartnern auf der Nachbarinsel Gotland, aber auch mit Funkern in Spanien, Russland, Afrika und den USA kommunizieren.

In den frühen Nachmittagsstunden des Freitags kam es zu Staubildung vor der Einfahrt unseres Grundstücks. Beide Parkplätze waren überfüllt. Für den Samstag konnte Ann eine weitere Wiese, auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße klar machen, wo wir dann einen dritten Parkplatz einrichteten.

Zu jeder vollen Stunde gab es auf dem Flugfeld 1 Flugvorführungen von Kex, die durch witzige und informative Moderation von Ann begleitet wurden. Die staunenden Zuschauer sahen ungewöhnliche Einleiner-Drachen, z.B. einem Pentadrachen mit Mühlenmotiv, bei dem sich die Flügel der Mühle drehen, oder das dreidimensionale Segelschiff, oder der Afghanische Kampfdrachen, oder das riesige Herz(kissen) und nicht zu vergessen der fliegende Sonnenschirm. Danach wurden die Zweileiner ausgepackt, also die lenkbaren Drachen. Hier konnten sowohl die große Matte mit 2,7 m Spannweite (diese entwickelte so enorme Zugkräfte, dass ich über das Feld gezogen wurde, zur Begeisterung der Zuschauer), als auch der Speeddrachen, der über 100 km/h fliegen kann (jedoch erst ab 4 Windstärken abhebt und erst ab 6 Windstärken den Piloten richtig fordert) gezeigt werden. Anschließend zeichnete die Kette von sechs hintereinander gehängten Lenkdrachen mit 15 Meter langen Schwänzen tolle Bilder in den blauweißen Herbsthimmel.

Als Höhepunkt der Präsentation kam der 3qm große Vierleiner, BeamerIII zum Einsatz. Dieser wurde aufgrund der mittlerweile auffrischenden Winde nur mit sog. Kitekillern (Sicherheitsschlaufen) geflogen. Jetzt bekamen die Zuschauer den Kampf mit dem Drachen zu sehen. Schon einfache Loops am Windfensterrand ließen den Kex in die Lüfte heben. An einen sicheren Stand war nicht mehr zu denken, denn der Beamer zerrte an den Leinen und an den (armen) Armen, so dass das Feld bald umgepflügt war. Zwischendurch konnten die Zuschauer die Wirkung der Kitekiller bewundern: Der Pilot lässt einfach die Lenkstäbe los, womit die an den Handgelenken befestigten Schlaufen nur noch die Bremsleinen des Schirms halten und der Drachen sofort ohne Winddruck zu Boden segelt. Damit kann sich der Pilot zu jeder Zeit aus brenzligen Situationen (z.B. falls er nach vorne fällt und sich sein Unterkiefer in den Mutterboden gräbt) befreien, um anschließend wieder die Kontrolle über den Schirm zu übernehmen. Sehr spektakulär für die angereisten Zuschauer, die wohl überwiegend noch nie ein Drachenfest besucht hatten. Und so gab es dann auch zum Ende der Vorführungen angemessenen Applaus.

In der Bastelscheune konnten die jüngeren Besucher weiße Drachen in klassischer Rautenform mit Acrylfarben bemalen oder aber auch flugfähige Mini-Drachen (7×5 cm) aus Seidenpapier und Stroh bauen. Das geplante Ponyreiten fiel wegen Krankheit des Ponys aus, aber das Pferdetaxi war am Samstag ein viel gefragter Anziehungspunkt für Kinder und Erwachsene.

Zur Stärkung der Drachenpiloten und Zuschauer wurde im Café Kex während der ganzen Zeit „Smörgåsar“ (belegte Brötchen), Kaffee und Kuchen angeboten (und reichlich verzehrt).

Die Kürbissuppe können wir uns nächstes Jahr sparen (ich glaube, das hatten wir schon beim letzten Skördefest festgestellt – aber wir hatten es schon vergessen).


Wir sehen uns dann beim 2. Ölandischen Drachenfest 2010

Ann & Kex

Landsvägen Mellböda 74, 38074 Löttorp, Tel.: 0046 (0) 485 22120,
MellbodaGard@gmail.com, Kontakt